Predigt am 7. Sonntag der Osterzeit – 20. Mai 2012
Lesungen: 1 Joh 4,11-16 / Joh 17,6a.11b-19
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Der Zugang zum Geheimnis Gottes, der uns durch die Lesungen des heutigen Sonntags gewiesen wird, ist in verschiedener Hinsicht bemerkenswert. Lesung und Evangelium stammen aus der gleichen Feder, sind vom gleichen johanneischen Eifer und und von liebendem Einfühlungsvermögen diktiert und treffen in das Zentrum des biblischen Gottesbildes, in die Mitte der Offenbarung.
Wir waren soeben Zuhörer eines sehr persönlichen Gebetes, das Jesus an Gott-Vater im Himmel gerichtet hat.
Ich meine, in der Lesung einen Zugang zur “Außenseite”, im Evangelium einen Zugang zur “Innenseite” Gottes erkannt zu haben, wenn diese Ausdrucksweise einmal erlaubt ist.
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Predigt am Fest Christi Himmelfahrt – 17. Mai 2012
Lesungen: Apg 1,1-11 – Eph 1,17-23 – Mk 16,15-20
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Von Angelus Silesius stammen die Verse “Der Himmel senket sich, er kommt und wird zur Erden; wann steigt die Erd’ empor und wird zum Himmel werden?” Wer von “Himmelfahrt” redet, hat meist das alte Weltbild vor Augen. Er schaut himmelwärts und denkt: es geht nach oben! Jesus geht dorthin, woher er gekommen ist. Das erinnert uns an die Antwort Jesus, die er dem Pilatus gegeben hat. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt”? Wir wüßten aber doch gern Genaueres, wenn wir ihm auch dorthin folgen sollen. Wohin geht die Reise?
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Predigt am 6. Sonntag der Osterzeit – 13. Mai 2012
Lesungen: Apg 10,25-26,34-35.44-48) / 1 Joh 4,7-10 / Joh 15,9-17
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Es ist kein Geheimnis: wir sehnen uns nach einem Leben in Frieden. Streit möchten wir nicht haben. Auch wer kein gläubiger Christ ist, möchte mit seinen Nachbarn im Frieden leben. Alle Menschen guten Willens verstehen die Einladung auf Spruchkarten oder im Heck eines Autos: „Seid nett zueinander!“ Wir brauchen unsere Nerven für wichtigeres als für ständigen Streit.
Dale Carnegie, ein erfolgreicher amerikanischer Geschäftsmann, hat in den 60iger Jahren herausgefunden, dass bestimmte Spielregeln im Umgang miteinander den Erfolg eines Unternehmens begünstigen. Für seine Geschäftsfreunde schrieb er ein Buch mit dem Titel: „Wie man Freunde gewinnt“.
Darin empfiehlt er …
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Predigt am 5. Sonntag der Osterzeit – 06. Mai 2012
Lesungen: Apg 9,26-31 / Joh 15,1-8
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Wenn wir in einem Weinanbaugebiet leben würden, könnten wir durch die Weinberge gehen und den Winzern bei ihrer Arbeit zuschauen. Der Winzer muss mit großer Sorgfalt jeden Weinstock beschneiden, wenn er im Herbst eine gute Ernte einbringen will. Dabei werden verdorrte Reben abgeschnitten, eingesammelt und – so hat es Jesus auch gesehen - im Feuer verbrannt. – Fruchtbringende Reben werden gereinigt, damit sie noch mehr Frucht bringen.
Jesus hat seine Lebensweisheit und sein Wissen von Gott oft mit Bildern aus der Alltagswelt veranschaulicht. Er bezeichnet sich übrigens auch selbst als Weinstock und hält mit dieser Gleichnisrede den Jüngern und uns vor Augen, wie eine Beziehung zu ihm aussehen kann. Die mit dem Weinstock verbundene Rebe wächst; wo die Verbindung getrennt wird, trocknet sie ein und stirbt mit der Zeit ab.
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Predigt am 4. Sonntag der Osterzeit – 29. April 2012
Lesungen: Apg 4,8-12 – 1 Joh 3,1-2 – Joh 10,11-18
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Das Gleichnis vom Guten Hirten ist wohl allen bekannt. Aber die wenigsten wissen, dass Jesus in dieser sog. Selbstoffenbarungsrede auf eine Vorlage zurückgreift, die im Buch Ezechiel zu finden ist.
Dort klagt Gott über die bestallten Hirten, die religiösen Führer des Volkes Israel. Sie haben versagt und sollen deshalb ihr Hirtenamt nicht mehr länger ausüben. „Jetzt setze ich sie ab“, lässt Gott durch den Propheten mitteilen: „Ab jetzt will ich mich um meine Schafe selber kümmern“. (vgl. Ez 34,11)
Jesus kannte diese große Hirtenrede bei Ezechiel und verstand sich als Vollstrecker der angekündigten Absicht Gottes. Er wollte in seinem Leben und Wirken der gute Hirt sein, wie er im Buch Ezechiel beschrieben worden war. Fünf Weisen einer hirtenhaften Leitung lassen sich erkennen, die Jesus dann persönlich verwirklicht. Wir wollen sie kurz betrachten:
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Predigt am 3. Sonntag der Osterzeit – 22. April 2012
Lesungen: Apg 3,12a.13-15.17-19 – 1 Joh 23,1-5a – Lk 24,35-48
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„Ihr seid Zeugen dafür“. Mit diesem Hinweis endet das heutige Evangelium. Wofür sollen wir Zeugen sein? Dafür, dass Jesus lebt, dass er von den Toten auferstanden ist.
Mit diesem Satz könnten wir alle Diskussionen darüber beenden, was es heißt, ein Christ zu sein. Ein Christ ist eben ein Mensch, der durch sein Leben, durch sein Reden und Handeln, bezeugt, dass Jesus Christus wirklich lebt – und zwar nicht nur in der Erinnerung, sondern heute – auch hier und jetzt – mitten unter uns.
Aber wie sollen wir das erfahren und gar noch andere davon überzeugen? Diese Fragen fangen doch erst an, wenn wir wirklich für bare Münze nehmen, was wir da in manchen Osterliedern so unbedacht singen: zum Beispiel: “Jesus lebt – mit ihm auch ich” (vgl. GL 929). Soll man sich etwa auf die Straße stellen mit einem Schild, auf dem zu lesen ist: „Jesus lebt“? (Wir kennen solche stummen Zeugen mit einer Schrift namens Wachturm in der Hand – Zeugen Jehovas nennen wir sie) – Sollen wir es auch so machen? Oder sollen wir die Mitmenschen, die Nachbarn und die Kollegen am Arbeitsplatz einfach ansprechen und sie fragen, ob sie schon gehört hätten, dass Jesus, der Mann aus Nazareth, von den Toten auferstanden ist?
Niemand wird sagen, dass das es so einfach geht.
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Die verschlungenen Pfade der Abhängigkeit
Es gibt eine Kunst, abhängig zu sein – und es gibt eine Krankheit, abhängig zu sein. Abhängigkeit ist zunächst eine Verhältnisbestimmung zweier Personen oder auch zwischen einer Person zu einer Sache. Der förderliche Wert oder der zerstörerische Unwert einer Abhängigkeit bestimmt sich durch die Personen und durch die Sachen und nicht zuletzt durch die jeweilige Intensität („Dosis“). Wer von einem Nahrungsmittel abhängig ist, schadet seiner Gesundheit. Alkohol- oder Drogenabhängigkeit verändert sogar die Persönlichkeit. Beides ist Sucht und im schlimmsten Fall Selbstmord auf Raten.
Kann Beratung und Seelsorge in der Dramaturgie einer Suchtkarriere therapeutisch wirksam werden? Helfen religiöse Motive vor dem Hintergrund eines möglichen Zusammenhangs von Sehnsucht, Sucht und Abhängigkeit? Bevor wir dieser Frage nachgehen, müssen wir einräumen, daß es auch im religiösen Leben Abhängigkeiten gibt. Das Wort re-ligio (Rück-bindung) deutet es schon an. Die Neigung, sich an die geheimnisvolle religiöse Wirklichkeit, an Gott selbst zu binden, um mit den Widersprüchen des Daseins besser fertig zu werden, ist groß. Sie verspricht Geborgenheit und Entlastung.
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Predigt am 2. Sonntag der Osterzeit – 15. April 2012
Lesungen: Apg 4,32-35 / 1 Joh 5,1-6 / Joh 20,19-31
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„Hast du dir weh getan?“ fragen wir erschreckt, wenn uns jemand eine blutende Wunde zeigt. Mit Wunden haben wir nicht gern zu tun. Sie erinnern uns zu sehr an unsere eigene Verletzlichkeit – und wenn es Wunden sind, die nicht mehr zuheilen – auch an unsere Sterblichkeit.
Das war schon eine Zumutung für die Jünger, als ihnen der auferstandene Herr seine durchbohrten Hände und Füße zeigte. Sie waren so erschrocken, daß er sie mit seinem Friedensgruß beruhigen mußte. Die Freude über das Wiedersehen überwog dann doch und ihre Zweifel verschwanden. Nur einer, der diese unerwartete Begegnung nicht miterlebt hatte, meldete Zweifel an: Thomas. Er wollte es genau wissen. Denn ein gekreuzigter Toter kann doch nicht leben! Acht Tage später – so erzählt der Evangelist – zeigte sich der Auferstandene erneut. Und nun konnte Thomas seine Zweifel ablegen.
Wie das geschah?
Durch die Einladung Jesus an ihn, seine Wunden zu berühren – die Hände und die Seite!
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Zur Liturgie des Karfreitag (hier)
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Das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz lesen wir in der Liturgie des Karfreitags immer aus dem Johannesevangelium. Eigentlich ist jedes deutende Wort dazu eher störend als hilfreich. Wäre nicht Stille und Schweigen besser als Reden? Sprechen wir nicht auch von einem “unsagbaren” Leid, wenn es uns buchstäblich die Sprache verschlägt.
Und doch müssen wir reden, müssen es wenigstens versuchen, eine Brücke zu bauen zwischen den Ereignissen damals in Jerusalem und dem, was heute weltweit geschieht. Die Passion Jesu – vor fast 2000 Jahren – verstehen wir ja nicht als ein Ereignis ohne jeden Bezug zu unserem grauen und oft genug auch abgründig leidvollem Alltag. Denn der Hingerichtete war – wie der römische Hauptmann nach dem Evangelium des Markus bekannt hat – der Sohn Gottes, nicht irgendein Mensch, nicht irgendein religiöser Erneuerer.
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Predigt am 5. Fastensonntag - 25. März 2012
Lesungen: Jer 31,31-34 / Hebr 5,7-9 / Joh 12,20-33
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Das heutige Evangelium ist ein Deutungsversuch des unabwendbaren Schicksals, das Jesus erlitten hat. Er selbst hatte ja seinen Jüngern gesagt, was sie nicht hören wollten und deshalb verdrängt haben: dass er verkannt und als Gotteslästerer angeklagt würde und dass dieses ungerechte Urteil über ihn nicht zu vermeiden sei. Im Bild vom Weizenkorn, das nur dann Frucht bringt, wenn es in die Erde fällt und stirbt, deutet Jesus seinen bevorstehenden Tod an. Seinen Zuhörern möchte er eine Verständnishilfe geben. So, als ob es nicht anders ginge, sieht Jesus sein Todesleiden und seine Auferstehung in Herrlichkeit als einen unvermeidbaren Durchgang zum Leben.
Wer an seinem Leben hängt, verliert es. Wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Dieses Wort muss man oft hören und im Herzen erwägen. Denn es könnte ein Schlüssel sein für das Verständnis unseres eigenen Daseins.
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