Mit wem redest Du?

Gefangen im Netz
98 % der Jugendlichen bewegen sich heute täglich im Internet und in den sozialen Netzwerken. Das Handy (Mobiltelefon) ist zum ständigen Begleiter und oft sogar zum Gesprächspartner, Berater und Auskunftgeber geworden. So wirbt z.B. der Hersteller Appl für sein neues iPhone mit folgender Verheißung: „Wenn du etwas machen musst, bitte einfach Dein Handy, dir zu helfen. Es schreibt und sendet E-Mails und Nachrichten – und liest sie dir sogar vor. Es sucht im Internet nach Informationen, die du brauchst. Es hilft dir, dich zu erinnern. Und es weckt dich. Dein Handy kann dir fast alles sagen. Und es spricht auch mit dir“. Ein solches technisches Wunderding bietet sich also als perfekt informierter Gesprächspartner an.

Gott hat dann nichts mehr zu sagen
Das könnte einem erschrockenen Christenmenschen spontan dazu einfallen. Gott hat da kein „Sprechzimmer“, keinen Platz mehr. Und in der Tat: immer mehr Menschen in den hoch zivilisierten Regionen dieser Erde denken und leben so. Gott ist nicht mehr der Rede wert! Was aber ist mit den Anderen? 900 Millionen Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. An den Folgen stirbt alle 17 Sekunden ein Mensch! Da verschieben sich die Wichtigkeiten gewaltig!

Die Menschen haben andere Grundbedürfnisse
Ein Glas Wasser zum Trinken ist wichtiger als ein Handy der neuesten Generation. Schließlich hören die Menschen wie von selbst auf, über die Medien zu kommunizieren, wenn sie sich Aug und Aug gegenüber stehen. Wer in das Antlitz eines Menschen in der dritten Welt blickt, dem kann sein iPhone auch nicht weiterhelfen. Er wird angerührt und  in Frage gestellt. Er wird möglicherweise beginnen, nach einem anderen „Helfer“ Ausschau zu halten: „Herr, erhöre mich! Sieh doch, wie schlimm es um uns steht“, betet z.B. der Prophet, das Elend des Volkes vor Augen (Jes 37,17, Übersetzung HOFFNUNG FÜR ALLE). Dann könnte es sein, dass ihn die  viel besprochene „Option für die Armen“ (Generalversammlung der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz 1986 in Medelin) nicht mehr loslässt. Vielleicht wird er das Handy dann dazu benutzen, wozu es eigentlich gedacht war: die Verbindung, die Kommunikation zum Nächsten zu verbessern, als ein Werkzeug und nicht als Ersatzgott für den unbegreiflich fernen und nahen Gott für die Menschen alle!

Beten und Bitten als Verstärkung und Unterstützung des Tuns
„Es kommt auf dich an – und hängt doch nicht von dir ab“, sagt Pierre Stutz. Das vom Papst für jedes Monat formulierte  gemeinsame Gebetsanliegen ist  ein unterstützendes geistiges Netzwerk, das www (world wide web) der Christen. Aus der Kraft des Gebetes wächst die Entscheidung zur helfenden Tat. Aus der Kraft des Gebetes laden unsere Missionare die Ärmsten der Amen nicht nur zu Gottesdiensten und zum Religionsunterricht ein, sondern bauen Brunnen, Brücken, Häuser und Heime, sie kümmern sich um die Kranken und Waisen, die Alten und Sterbenden.

Notfalls kann mir mein Handy gestohlen bleiben
Ich nutze dankbar die modernen Kommunikationsmittel. Aber ich möchte mich nicht von ihnen gefangen nehmen lassen. Bevor ich mit dem iPhone rede, rede ich mit meinem Gott – im Glauben an seine Verheißung, daß er heraufführen und vollenden kann, was die Menschen zutiefst ersehnen: Versöhnung und Frieden durch gegenseitige Liebe, durch der Ehrfurcht vor dem Leben und Verstärkung aller Hilfen für die Befriedigung der Grundbedürfnisse. Da fühle ich mich mit dem Hl. Vater verbunden.

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