Papst Franziskus: Die Freude des Evangeliums

In seinem ersten Apostolischen Schreiben fordert Papst Franziskus u.a. eine Reform der Kirche auf allen Ebenen. In seiner Analyse der Situation der Kirche sagt er nicht viel Neues, was nicht schon der Jesuit Alfred Delp SJ (+ 1945) geschrieben hat:

„Das Schicksal der Kirchen wird in der kommenden Zeit nicht von dem abhängen, was ihre Prälaten und führenden Instanzen an Klugheit, Gescheitheit, politischen Fähigkeiten usw. aufbringen. Auch nicht von den Positionen, die sich Menschen aus ihrer Mitte erringen können. Das alles ist überholt ….

Vor allem muss die Überzeugung wieder mehr wachsen, dass Hierarchie nicht nur Zutrauen zu den Irrtümern und Dummheiten der Menschheit hat; man muss wissen und spüren und erfahren, dass sie die Rufe der Sehnsucht und der Zeit, der Gärung und der neuen Aufbrüche hört und beantwortet, dass die Anliegen der jeweils neuen Zeiten und Geschlechter nicht nur in den Aktenschränken abgelegt werden, sondern als „Anliegen“, d.h. Sorgen und Aufgaben gewertet  und behandelt werden ….

Rückkehr in die “Diakonie“ habe ich gesagt. Damit meine ich das Sich-Gesellen zum Menschen in allen seinen Situationen mit der Absicht, sie ihm meistern zu helfen. Damit meine ich das Nachgehen und Nachwandern auch in die äußersten Verlorenheiten und Verstiegenheiten des Menschen, um bei ihm zu sein genau und gerade dann, wenn ihn Verlorenheit und Verstiegenheit umgeben. „Geht hinaus“ hat der Meister gesagt, und nicht: „Setzt euch hin und wartet, ob einer kommt.“

ALFRED DELP

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