Wir nehmen Abschied von Pfarrer Klaus Stock

Am Dienstag, 20.01.2015 ist unser langjähriger Seelsorger und Berater nach langer Krankheit verstorben. Wir sind traurig und dankbar zugleich, dass wir in ihm so einen wertvollen Menschen haben durften. Einen Nachruf mit einigen Augenblicken aus seiner Tätigkeit finden Sie hier.        Das Requiem mit anschließender Beisetzung fand am Dienstag, 27.01.2015 in seiner Heimat Friedenfels statt. Die Traueransprache von Pfr. Seidl finden Sie hier. Am Samstag 31.01.2015, 10.30 Uhr feierten wir einen Gedenkgottesdienst in Regensburg, St. Bonifaz....
Woher Freude und Friede nehmen?

Woher Freude und Friede nehmen?

Dies ist wahrscheinlich meine letzte Predigt im Internet. Morgen (12.12.2014)  gehe ich in die Palliativstation ins Krankenhaus der Barmherzigen Brüder. Wegen einer deutlichen Abnahme der körperlichen Kräfte ist mein Gefühl untrüglich: meine Tage in dieser Welt sind gezählt.  Ich warte auf die Begegnung mit dem Herrn und  weiß, bei ihm werden Friede und Freude sein.  3. Adventsonntag, Lesejahr B 2014 (Lesungen: Jes 61,1-2a.10-11 / 1 Thess 5,16-24 / Joh 1,6-8.19-28) Je näher wir dem Weihnachtsfest kommen, umso eindringlicher sprechen die biblischen Texte von der Freude und vom Frieden. Friede und Freude sind die Grundbedürfnisse und Erlebnisweisen, nach denen wir uns alle sehnen.. Freude als belebende Kraft mitten im grauen Alltag – als Befreiung von den Lasten des Daseins. Und Friede als Ende des dauernden und anstrengenden Kampfes um einen guten Platz unter den Menschen. Die Angst, man könnte zu kurz kommen, die anderen würden uns mit ihrem vermeintlichen Glück davonlaufen und nur wir blieben unzufrieden zurück. All das wird ein Ende haben. In den Verheißungen des Propheten Jesaja, im Brief des Apostels Paulus an die Thessaloniker und im Johannesevangelium ist unschwer zu erkennen, dass diese ersehnten Erlebnisweisen nicht durch menschliche Leistung und Anstrengung allein zu erwerben sind, sondern Geschenkcharakter haben. Von Gott her kommen Freude und Friede. Es ist der Geist des Herrn, der sich Menschen zu seinen Boten erwählt, damit sie den Armen und Hilfsbedürftigen eine frohe Nachricht bringen, damit sie Verzweifelte trösten, die Fesseln der Gefangenen lösen und die Kerkertüren öffnen. Diese starken Bilder beschreiben  den desolaten Zustand der Menschen. Mit wie vielen Fesseln sind wir nicht alle gebunden! Fesseln der Gewohnheit, der Angst, der Tradition und der...
Trost in einsamer Wüste

Trost in einsamer Wüste

2. Adventsonntag, Lesejahr B – 2014 Lesungen: Jes 40,1-5 / 2 Petr. 3,8-14 / Mk 1,1-8) „Tröstet, tröstet, mein Volk, spricht euer Gott“ (Jes 40,1). Immer, wenn ich diese Worte des Propheten Jesaja höre, muss ich an Menschen denken, die gerade ein schweres Los zu tragen haben und sich in der Wüste ihres Lebens einsam fühlen. Wie klingen solche Worte in ihren Ohren? Spenden sie wirklich Trost und Kraft oder verklingen sie traurig wie eine billige Vertröstung? Es ist ja kein Geheimnis, dass sich belastende Situationen nicht schlagartig ändern, wenn jemand ein gut gemeintes Wort oder ein zutreffendes Bild für mich hat. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein: Obwohl dieses Prophetenwort im Lauf der Geschichte immer wieder verkündigt wurde, halten sich das Leid und der Kummer in dieser Welt immer noch hartnäckig auf. Wir befinden uns in einer vergleichbaren Lage wie die Leser des 2. Petrusbriefes. Diese hatten offenbar schon damals Zweifel an der Wirkung solcher Trostworte. Denn die nah erwartete Wiederkunft des Herrn in Herrlichkeit war ja nicht eingetreten. Schon waren drei Generationen gestorben. Von den ersten begeisterten Christen lebte niemand mehr, vielleicht noch der greise Apostel Johannes auf der Insel Patmos und die Neubekehrten in den von Paulus gegründeten Gemeinden in Kleinasien, Nichts hatte sich zum Besseren gewendet – aus der Sicht der jüdischen Christen war alles sogar schlimmer gekommen: ihr religiöses Zentrum Jerusalem lag von den Römern verwüstet in Schutt und Asche. Immer noch sprachen die Gemeindeleiter der jungen Christengemeinden vom Kommen des Herrn, ermahnten zur Wachsamkeit, erzählten ihre Erinnerungen aus der Zeit des Wirkens Jesu und danach, lasen später auch aus den schriftlichen Zeugnissen...
Anfang und Ende

Anfang und Ende

1. Adventsonntag, Lesejahr B Lesungen: Jes 63,16b-17.19b;64,3-7 – 1 Kor 1,3-9-  und Mk 13,33-37 Heute beginnt die Adventszeit. Wir nennen sie auch „Stille Zeit“, obwohl wir gerade in diesen Wochen mit Anreizen von außen überflutet werden. – Mitten in einer lärmenden und aufdringlichen Konsumwelt die Strukturen von Anfang und Ende ertasten, damit wir nicht rastlos über die Schwelle stolpern? Wenn das Wort von der stillen Zeit nicht nur Ausdruck von Nostalgie sein soll, sondern eine Einladung an uns, dann müssen wir selber leiser werden und vielleicht auch etwas langsamer. Entschleunigung nennt man das heute? Denn nur in der Stille findet der Mensch zu sich. In der Stille und im Vertrauen liegt eure Kraft, sagt der Prophet Jesaja. Jesus hat auch dazu eingeladen, wachsam zu leben, den Lärm abzustellen und hineinzulauschen in die Welt. Ein Wächter ist nur dann ein guter Wächter, wenn er sich auf seine Aufgabe konzentriert und sich nicht unnötig ablenken lässt vom Lärm seiner Umgebung. Er kann in die Stille lauschen und seine Schritte bedächtig wählen. Jedes Geräusch ist für einen gewissenhaften Wächter bedeutsam. Wir halten es ja auch so: wenn wir einander Wichtiges sagen möchten, bitten wir vorher um Stille und Aufmerksamkeit! Was ist die Sache, die uns Christen angeht und zur Wachsamkeit mahnt? Es ist die alte und immer wieder neue Erinnerung an die Vergänglichkeit unseres Daseins. Unser Leben wird nicht so bleiben, wie es jetzt ist. Jeden Augenblick kommt Neues auf uns zu – jeden Augenblick kommt Gott auf uns zu. Gott – ist immer im Kommen. Mit jedem vergehenden Tag, mit jedem zu Ende gehenden Jahr kommen wir unserem Lebensende auf dieser...
Krankheit und Leid als Nagelprobe des Glaubens

Krankheit und Leid als Nagelprobe des Glaubens

Eine Warnung vorweg. Wenn einer zu Dir sagt: Du musst nur inständig und ausdauernd beten, dann wird sich Dein Geschick schon  wenden, misstraue ihm, auch wenn er sich auf das Wort Jesu beruft „Bittet und ihr werdet empfangen!“ (vgl. Math 7,7) Denn gleich wahr ist das Gotteswort des Propheten Jesaja „Meine Gedanken sind nicht euere Gedanken und meine Wege sind nicht euere Wege“ (vgl. (Jes 55,8) Wen wundert es, wenn er auf Meinungen trifft: „Da hilft nur noch beten!“ Und : „Da hilft auch kein Beten mehr!“ Was soll man also mit solchen widersprüchlichen Botschaften anfangen? Gott erhört offenbar nicht alle unsere Wünsche, wohl aber vielleicht doch alle seine Verheißungen. Es gibt zwei Wege aus dieser Nagelprobe des Glaubens. Manche Menschen verabschieden sich mutig von ihrem Kinderglauben und lassen dennoch nicht ab von der Suche nach Gott. Dafür gibt es erschütternde Zeugnisse unserer jüdischen Brüder aus den KZs. Elie Wiesel berichtet davon. Er war in Auschwitz und Buchenwald. Ein KZ-Häftling war Zeuge einer Hinrichtung am Galgen und schrie verzweifelt: „Gott, wo bist Du!“ Sein Nachbar antwortete: „Dort hängt er!“  Von solcher Glaubensprüfung sind wir noch verschont. Sorge macht mir allerdings, dass die menschenverachtenden Praktiken in „grenzenlosen“  modernen KZs weltweit vorkommen – siehe die Gräueltaten der IS im Irak und in Syrien. Andere Menschen kündigen endgültig ihre Beziehung zum Glauben und leben nach dem Motto: Religion ist eben doch nur Opium des Volkes (Karl Marx). Man hat die Wahl. Der evangelische Theologe Helmut Thieleke hat eine Probe aufs Exempel vorgeschlagen und empfohlen, einmal so zu leben „wie wenn Gott wäre!“ Mehr dazu fällt mir auch nicht ein, obwohl ich zugebe,...
Tod bringendes und Leben spendendes Wasser

Tod bringendes und Leben spendendes Wasser

19. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A – 10. August 2014 Was der Evangelist Matthäus vom Gang Jesu über den See berichtet, verdient unsere Aufmerksamkeit. Denn diese Erzählung kann als „Lesehilfe“ für viele Lebenssituationen dienen. An drei Stichworten möchte ich dies erläutern: das Schiff (oder das Boot) – das Wasser – und die sogenannte „Petruserfahrung“. Das Schiff ist seit alter Zeit ein häufig verwendetes Symbol für die Kirche. Man hat gesagt, dass der Getaufte aus dem Meer der Welt gerettet und in das bergende „Kirchen-Schiff“ aufgenommen wird. So kann er seine Lebensfahrt sicher antreten. Freilich muss einer, erwachsen geworden, darauf achten, daß ihm sein Kirchenschiff nicht zum Grab wird. U-Boote z.B. gelten in feindlichen Meeren als besonders sichere Schiffe, weil sie untertauchen können, abtauchen ins Unsichtbare. Sie wurden aber nicht selten auch zum Grab für die Matrosen, vor allem dann, wenn sie sich allzusehr auf ihr Boot verlassen hatten. So kann es einem auch mit der Kirche gehen, wenn man sie mit dem „Reich Gottes“ verwechselt, wenn man sie als sicheres Schiff mit ewig gültigen Strukturen und Aufbauten missversteht. Die Kirche, in die wir wie in ein Schiff aufgenommen wurden, ist aber vorrangig die Ausgangsbasis für Entdeckungsreisen in Richtung Gottes. Dazu ist der Christ eingeladen. Sonst kann es ihm passieren, daß er zwar ein gut eingebürgertes Mitglied der Kirche bleibt, aber niemals eine Gotteserfahrung macht. Halten wir deshalb fest: Petrus ging auf Christus zu. Das Schiff diente ihm als Ausgangsbasis für seinen Aufbruch zu Gott hin. Das Wasser: Es ist das verschlingende und das rettende Element zugleich. Wasser hat immer schon diese beiden Bedeutungen. Wasser vernichtet das Leben –...