Januar 2015

Januar 2015 – Neujahr Hunderte von Journalisten und Bildeportern sind in diesen Tage damit beschäftigt, den besten Jahresrücklick 2014 zu erstellen. Es ist der Versuch, die Vergangenheit zu verstehen, aus der Geschichte der letzten 12 Monate zu lernen. Wie wir allerdings wissen, lernen wir nichts aus der Geschichte: es ist ein Deuten und Bestasten von allem Gewesenen, um überhaupt noch einen Sinn hinter allem Rätselhaften des Lebens zu erkennen. Ich mache deshalb einen radikalen Vorschlag: lass die Vergangenheit diesmal ruhen, mache keinen Jahresrückblick, sondern gönne Dir einen Blick in die offene Zukunft 2015. Der Einwand wird kommen: was soll das? „Die Zukunft liegt in Finsternis und macht das Herz so schwer“, haben wir in unserer Jugendzeit gesungen. Alle noch so komplexen Hochrechnungen sind fragwürdig. Ich nenne hier nur die Wetterprognosen. Einer sagte mal: „Erstens kommt es zweitens anders als man drittens denkt!“ Aber da gibt es ein Gerücht – ein „Gottesgerücht“ – unausrottbar in das kollektive Gedächtnis der Menschheit eingesät – erstmals wahrgenommen im jüdisch-messianischen Kulturkreis und in der berühmten Rede des Apostels Paulus in Athen verkündet: „In IHM leben wir und sind wir. Wir sind  „von seiner Art“. Oder im Römerbrief (Röm 1,20) „Gott ist zwar unsichtbar. Doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher seine göttliche Macht und Größe sehen und erfahren können“ Auf das Hinschauen wird es also ankommen wenngleich man am Anfanf „Nichts“ sieht von allem. was kommen wird. „Die Ereignisse – das bin ich, sagt Gott“ (Charles Peguy) Ereignis ist wortethymologisch verwandt mit „Eräugnen“ -Also schau hin! Also gehen wir einmal in die offene Zukunft 2015 hinein und verschenken unsere Vergangenheit! Segen für...

Impulse zurückliegender Monate

  November 2014 An nebelverhangene und graue Tage denken wir, wenn der November kommt. Die herbstliche Farbenpracht in den Laubwäldern verblasst schnell. Totengedenktage und der Tod im eigenen Lebenskreis lassen sich nicht einfach verdrängen. Bunt ist das Leben allemal in wer jetzt schon das zu Ende gehende Jahr Review passieren läßt, wird wenig Gründe finden für ein Aufatmen. Viele ungeahnte Herausforderungen haben die Nachdenklichen unter uns beschäftigt – und kein globales Problem konnte befriedigend gelöst werden. Ebola, Krieg in der Ukraine (Ukraine bedeutet übrigens so viel wie: Region „am Rand“), die menschenverachtende Macht der IS im Orient, das Flüchtlingsdrama … Wohin geht die Reise? Was wird aus mir und meinen Lieben, was aus Deutschland, was aus Europa? Kaum sind wir Fussballweltmeister – schon sorgen wir uns um den EM-Titel! Gäbe es nicht Wichtigeres zu bedenken? Mir fällt auf, dass die tot geglaubte Volksfrömmigkeit wieder an Interesse gewinnt. Jedenfalls nehmen Wallfahrten aller Art zu: unterwegs sein mit einer Verheißung ist allemal besser, als wie ein Misanthrop in der Schmollecke zu sitzen. „Tu etwas! Dann geschieht etwas“, hat der Philosoph Jörg Splett vorgeschlagen. Den einfachen Beweis lieferte Wilhelm Busch mit dem Lebensmotto von Max und Moritz: „Tätigkeit vertreibt die Zeit!“ Es könnte ja doch etwas Sinnvolles herauskommen, sobald man sich aus der Seelenlähmung gelöst hat! Übigens beginnt ja der November mit einem Paukenschlag, dem Namenstag aller Heiligen. Die Heiligen sind nicht jene Männer und Frauen, die sich durch besonders qualifizierte moralische Leistungen Heiligkeit erworben haben, sondern es sind alle (zu Gott, dem Heiligen) zugehörigen Menschen. Also darf sich jeder Mensch als „Heiliger“ in diesem Sinn begreifen, denn Gott sagt: „Ich habe...